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Meister Reineke auf Brautschau - liebestolle Füchse verlassen den Schutz der Dunkelheit


Januar und Februar ist die Paarungszeit der Füchse / In Bayern werden nachhaltig rund 120.000 Füchse pro Jahr erlegt, bundesweit rund eine halbe Million / momentan läuft in Bayern ein Tollwutmonitoring des Landesgesundheitsamtes an dem die Jäger maßgeblich beteiligt sind / Untersuchungen auf Fuchsbandwurm laufen parallel

Ein Fuchs am helllichten Tag – dieser seltene Anblick ist derzeit nicht unwahrscheinlich. Die sonst nachtaktiven Tiere sind nicht etwa krank oder haben sich über die Maßen vermehrt sondern jetzt beginnt die Brautschau der Füchse, die sogenannte Ranz.

Eigentlich ist Meister Reineke ein dämmerungs-und nachtaktives Tier, das man eher selten zu Gesicht bekommt, aber  trotzdem jeder kennt. Nun, da die Paarungszeit, in vollem Gange ist, kann man ihn auch am Tage draußen sehen. Die Ranz kündigt sich im Allgemeinen durch heiseres Bellen Ende Dezember an, erreicht im Januar den Höhepunkt und endet im Februar. Auf der Suche nach einem Paarungspartner streifen vor allem die Rüden umher. Die Füchsin ist nur während einiger weniger Tage empfängnisbereit, und genau diesen Zeitpunkt muss der Fuchsrüde abpassen. Aus diesem Grund weicht er ihr für geraume Zeit nicht von der Seite, duldet keine Nebenbuhler und prüft ständig – durch Beschnuppern oder vorsichtige Annäherungsversuche – um den richtigen Zeitpunkt zu „bestimmen“. Füchse verpaaren sich in der Regel nach einem längeren, mal hitzig ablaufenden, mal zärtlichen Vorspiel, es geht also richtig zur Sache. Gelegentlich kommt es vor, dass die Füchsinnen von mehreren Rüden bedrängt und auch gedeckt werden. Wie bei den Hunden können daher die Welpen eines Wurfes von mehreren Rüden stammen. Nach einer Tragzeit von 52 bis 54 Tagen, man sagt: "Die Fähe geht dick.", bringt sie in der Zeit von März-Mai in der Regel drei bis sechs Welpen in dem unterirdischen Bau zur Welt. Beide Elterntiere beteiligen sich an der Aufzucht der Jungen. Dem Rüden kommt dabei besondere Bedeutung als „Ernährer“ der Familie zu, vor allem dann, wenn die Welpen schon feste Nahrung zu sich nehmen.

Die flächendeckende erfolgreiche Bekämpfung der Tollwut in den 80er Jahren hat dazu geführt, so Prof. Dr. Jürgen Vocke, Präsident des Bayerischen Jagdverbandes (BJV), dass der Fuchs in unserer Heimat sehr zahlreich vorkommt. Man geht davon aus, dass heute etwa vier- bis fünfmal so viel Füchse im Bundesgebiet leben wie zu Tollwutzeiten.

Kaum ein Wildtier kommt besser mit dem Menschen als Nachbarn zurecht als der Fuchs. Deshalb hat der Kulturfolger Fuchs sogar die „Nische Großstadt“ schon als Lebensraum entdeckt, die ihm als findigen Allesfresser ein breites Nahrungsspektrum bietet. Tatsächlich gibt es heute für dieses intelligente und anpassungsfähige Raubtier in vielen Städten bessere Deckungs- und Nahrungsverhältnisse als in der umgebenden, oft durch die Landwirtschaft regelrecht ausgeräumten Kulturlandschaft.

Füchse verlieren relativ schnell die Scheu vor Menschen. Es sind aber Wildtiere und sollten dies auch bleiben. „Auf keinen Fall sollte versucht werden, die Tiere anzulocken und durch Fütterung zu zähmen“, betont BJV-Präsident Vocke, „denn dadurch erhöht sich auch das Risiko einer Infektion mit Krankheitserregern bei Mensch und Haustier.“



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